Von
Anbeginn der Herrmannsdorfer Landwerkstätten war Kunst immer dabei.
Kunstwerke fanden Eingang in die Kunstwerkstätten, den Hofmarkt, in
das Wirtshaus und in das Haus der Lehrlinge. Im Laufe der Jahre "ging" Kunst dann mehr und mehr in die Außenräume: auf den Hof, auf die Tierweiden, an den Waldrand. So führen zwei künstlerisch gestaltete Wagen, der Schweine- und der Rinderwagen, den Besucher aus verschiedenen Richtungen nach Herrmannsdorf. Markus Lüppertz, Sandro Chia oder Anatol sind nur einige der Künstler, die Kunst in das tägliche Leben von Gut Herrmannsdorf, in dessen Landschaft und Natur brachten.
Daraus
entwickelte sich 1993 die Idee, Künstler einzuladen und für diesen
Ort Kunstwerke entstehen zu lassen vor dem Hintergund der ökologischen,
sozialen und ästhetischen Werte, denen sich Herrmannsdorf verpflichtet
fühlt. Agrar-Kultur im Sinne der Herrmannsdorfer Landwerkstätten ist eine Kultur des Gebens und Nehmens. Menschen nehmen aus der Natur, was sie für ihr Leben brauchen, und Menschen geben der Natur etwas zurück: In Form von Achtsamkeit gegenüber Boden, Wasser, Luft, Pflanzen, Tieren und Menschen, in Form künstlerischer Gestaltung von Landschaft als Beitrag des Menschen zu einer ganzheitlichen Agrar-Kultur.
Die
Kunstwerke sind Teil dieser Agrar-Kultur und wollen nicht "wichtiger" sein
als alle anderen Erscheinungen. Denn auch Natur ist etwas Ästhetisches.
Im Zusammenwirken mit der Natur wird beides bewußter wahrgenommen: die Natur in ihrem Eigenwert sowie die Kunst als Ausdruck schöpferischen Wissens von Menschen. In diesem Sinne arbeiteten Künstler drei Jahre lang, von 1993 bis 1996 an der ästhetischen Erweiterung der Idee der Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Durch das Projekt ergab sich eine teilweise Neugestaltung der Landschaft: Teile wurden aus der Bewirtschaftung herausgenommen und in neuer künstlerischer Gestaltung der Natur zurückgegeben. Die Kunstwerke gilt es darin aufzuspüren, zu entdecken. Dieser Prozeß kann zu einem intensiveren Dialog zwischen Werk, Natur und Betrachter führen und kreative Spannung erzeugen. Kunst wird dort zum Erlebnis, wo man sie sucht und findet. 85625 Glonn Tel: 08093 / 90 94-0 Fax: 08093 / 90 94 10
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