NEWSLETTER DER SCHWEISFURTH-STIFTUNG AUSGABE 01/2009 |
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Liebe Leserin, lieber Leser!
Im Februar dieses Jahres war ich auf der BioFach in Nürnberg, der jährlichen Weltleitmesse für Bio-Produkte. Mit Blick auf die vielfältigen Produkte, die steigende Nachfrage und die stetig anwachsende Produktion von Bio-Lebensmitteln weltweit, drängt sich zunehmend die Frage auf, was bei dieser Konventionalisierung und Industrialisierung der Branche eigentlich mit dem Einbezug der Verbraucher als Koproduzenten geschieht?
Einen guten Weg geht hier beispielsweise die Rapunzel Naturkost AG. Der Bio-Lebensmittelhersteller hat langfristig in seine Partner investiert und betreibt zum Teil eigene Projekte, um die Qualität der Rohstoffe oder Produkte sicherzustellen. Fairness und Respekt im gegenseitigen Umgang werden bei Rapunzel großgeschrieben – nicht nur im Hinblick auf Produzenten, sondern auch im täglichen Miteinander mit den Kundinnen und Kunden. So tritt Rapunzel ganz bewusst mit seiner Kundschaft in einen aktiven Dialog, um bei der Produktentwicklung die richtigen Wege zu beschreiten. Das ist aktives Koproduzenten-Management.
So sollte Bio sein, denn Bio bedeutet Nähe. Nicht nur im Sinne von Regionalität und kurzer Wege, sondern auch Nähe im täglichen Miteinander und Austausch zwischen Verbrauchern, Produzenten, und Vermarktern. Eine bessere Verständigung und ein lebendiger Austausch für eine nachhaltige Land- und Lebensmittelwirtschaft – dafür möchten wir auch in diesem Jahr wieder arbeiten.
Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe und Unterstützung bei diesem Anliegen!
Ihr Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald und Team

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BioFach 2009 – Tierzuchtsymposion
Die industrielle Nutztierzucht steckt in einer Sackgasse. Während die auf Höchstleistung getrimmten Nutztiere unter Gesundheitsbeeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten leiden, fehlen bei der extensiven Haltung robuste und langlebige Rassen. Um auf die Notwendigkeit und die Chancen einer nachhaltigen Nutztierzucht hinzuweisen, fand am 21. Februar auf der BioFach in Nürnberg das Tierzuchtsymposion „Mehrwert Ökologische Tierzucht – Differenzierung in der Vermarktung tierischer Produkte“ statt.
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Tierschutz-TÜV kommt! Erfolg für Allianz für Tiere in der Landwirtschaft
Die Allianz für Tiere in der Landwirtschaft, ein Zusammenschluss des BUND, des Deutschen Tierschutzbundes e.V., der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. und der Schweisfurth-Stiftung, kämpft seit 2004 für die Einführung eines Prüf- und Zulassungsverfahrens für Tierhaltungssysteme in Deutschland (Tierschutz-TÜV).
Deshalb ist es äußerst erfreulich, dass am 5. März 2009 durch eine Pressemeldung der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der SPD Bundestagsfraktion mitgeteilt wurde, dass eine Änderung des Tierschutzgesetzes zur Einführung von Prüf- und Zulassungsverfahren für serienmäßig hergestellte Stalleinrichtungen ermöglicht werden soll, damit die Vorschriften zur artgerechten Tierhaltung besser durchgesetzt werden können. Demzufolge sollen beispielsweise ab Januar 2012 für Legehennen nur noch geprüfte Stalleinrichtungen in Verkehr gebracht werden. Ein Erfolg, der nicht zuletzt auf das unermüdliche Engagement der Allianzpartner und anderer Organisationen zurückzuführen ist.
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Pro Tier-Förderpreis 2009
In diesem Jahr wird die Allianz für Tiere in der Landwirtschaft unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler zum vierten Mal den Pro Tier-Förderpreis für artgerechte Nutztierhaltung vergeben.
Mit dem nicht dotierten Preis werden landwirtschaftliche Betriebe, Vereinigungen und Einzelpersonen in Deutschland ausgezeichnet, die der Gesellschaft als Vorbilder für eine tiergerechte Haltung von Nutztieren dienen. Die Bewerbungsfrist endet mit dem 1. Mai 2009.
Mehr Informationen zur Ausschreibung und den Bewerbungsvoraussetzungen erhalten Sie auf der Homepage der Allianz für Tiere in der Landwirtschaft.
Wohin mit dem Geld? Impulse für ökologisch-soziales Investment
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Umwelt-Akademie e.V., des Münchner Forums Nachhaltigkeit und der Schweisfurth-Stiftung widmet sich der Problematik der ökologisch und sozial verträglichen Geldanlage. Denn mit Blick auf die Finanzkrise muss diese Frage zunehmend auch aus einem ethischen Blickwinkel betrachtet werden.
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Tierschutz auf dem Teller – Preisträger 2009
Im Februar wurde die Katholische Akademie in Bayern im Rahmen unseres Projektes Tierschutz auf dem Teller für ihr Engagement in Sachen Tierschutz mit einer Tierschutzkochmütze und einer entsprechenden Urkunde ausgezeichnet. Wir gratulieren dem Preisträger noch einmal recht herzlich und hoffen, dass er anderen Einrichtungen als Beispiel dient.
Informationen zum Projekt, den Preisträgern und den Bewerbungsmodalitäten finden Sie unter www.tierschutz-auf-dem-teller.de
Prof. Dr. Gottwald übergibt die Tierschutzkochmütze an Küchenchef Gerhard Schlierf.
Welternährung im Fokus
Weltweit hungern knapp eine Milliarde Menschen. Pro Jahr kommen erneut 80 Millionen Menschen hinzu, die satt werden wollen. Die Hungerproblematik wird seit Jahrzehnten diskutiert, Strategien und Aktionsprogramme zur Welternährung entwickelt – bisher ohne Erfolg. Denn eine Sicherung der Welternährung liegt nicht in der Menge, sondern in der Verteilung begründet.
„Zukunft satt – Kann uns die Erde noch ernähren?“ lautete daher der Titel des Impulsvortrags von Prof. Dr. Gottwald, den er am 17. Februar 2009 anlässlich der Dialogforen 2008/2009 der Münchner Rück Stiftung zum Thema „Ressourcen – Wohin geht die Reise?“ hielt.
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10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau in Zürich
Unter dem Motto „Werte – Wege – Wirkungen“ fand vom 11.-13. Februar 2009 in Zürich die 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau statt. In Vorträgen, Poster-Sessions, Workshops und Diskussionsrunden ging es rund um den Biolandbau im Spannungsfeld zwischen Ernährungssicherung, Klimawandel und Marktgeschehen.
Prof. Dr. Gottwald stellte in einer Postersession einen Fachbeitrag zum Thema „Wertewandel im Biolandbau“ vor (Gottwald, F-Th. & Boergen, I.: Wachsen mit den Werten: Wertewandel im Ökolandbau – ein Ländervergleich).
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Kritischer Agrarbericht 2009
Die Schweisfurth-Stiftung ist Mitglied des AgrarBündnis e.V., das seit 1993 alljährlich den Kritischen Agrarbericht veröffentlicht. Hier wird die ganze thematische Breite der agrarpolitischen Debatte eines Jahres vor dem Hintergrund der weltweiten Entwicklung kritisch reflektiert. In diesem Jahr steuerte die Schweisfurth-Stiftung einen Artikel zum Thema „Verarbeitung und Verantwortung: Klimaschutz-Innovationen bei der Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln“ bei. Prof. Dr. Gottwald und seine Mitarbeiterin Isabel Boergen zeigen in dem Artikel anhand von konkreten Beispielen auf, welche Potentiale im Hinblick auf einen wirksamen Klima- und Umweltschutz innovative Bio-Betriebe besitzen. Das 304-Seiten starke Buch ist im Januar im ABL-Verlag erschienen und kann dort bestellt werden.
Artikel zum Thema „Verarbeitung und Verantwortung: Klimaschutz-Innovationen bei der Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln“.
Interview „Regional wird sich vor Bio schieben"
Bio boomt. Das ist einerseits erfreulich, andererseits steht die Branche jedoch vor völlig neuen Herausforderungen. Globalisierung, Konventionalisierung, Industrialisierung – viele sehen längst die öko-sozialen Werte der Bio-Bewegung in Gefahr. Welche Chancen und Risiken dieser Umbruch für den Bio-Markt bietet, darüber sprach Prof. Dr. Gottwald im Interview mit Claudia Schievelbein in der Unabhängigen Bauernstimme.
Interview: "Regional wird sich vor Bio schieben", Februar 2009

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Denkkreis Lebens-Mittel
Das Denkwerk Zukunft – Stiftung kultureller Erneuerung setzt sich für die Erneuerung der westlichen Kultur ein, um diese wieder zukunfts- und verallgemeinerungsfähig zu machen. Auch die Esskultur benötigt dringend eine Erneuerung. Deshalb hat Denkwerk Zukunft einen Denkkreis Lebens-Mittel eingerichtet, an dem Prof. Dr. Gottwald teilnimmt. Hier werden die verschiedensten Fragen in Bezug auf die Zukunft unserer Lebensmittel und der westlichen Esskultur mit Experten erörtert.
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Revolution im Einkaufswagen: Mit Genuss die Welt bewegen?
Selbstbewusste Konsumentenmacht statt kopfloser Konsum
Superwahljahr und Politikverdrossenheit, Gesundheitsbewusstsein und mangelnde Transparenz bei Lebensmitteln – Dilemmata, aus denen immer mehr Verbraucher einen Ausweg finden (wollen): Informierte Konsumenten verbinden Genuss und Gesundheit und nehmen dabei täglich Einfluss auf Politik und Wirtschaft. Doch Komplexität und häufige Intransparenz können strategischem und ethischem Konsum schnell Grenzen setzen. Die Hermannsdorfer Landwerkstätten, Hersteller und Einzelhändler von ökologischen Lebens-Mitteln laden am 31. März 2009 ein zur Podiumsdiskussion.
Diskutieren werden unter anderem Karl Schweisfurth (Geschäftsführer Herrmannsdorfer Landwerkstätten), Dr. Elisabeth Baade (Regierungsdirektorin im Bayerischen Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz) sowie Prof. Dr. Jutta Roosen (TU München, Lehrstuhl für BWL - Marketing und Konsumforschung; Leitung neuer Masterstudiengang „Consumer Affairs“).
Einladungsflyer zur Podiumsdiskussion
Research Award for Sustainable Agriculture
Jährlich vergibt die Schweisfurth-Stiftung gemeinsam mit Support Africa International den Research Award for Sustainable Agriculture. 2008 lief die Ausschreibung unter dem Thema „New non-animal protein products for human consumption in Sub-Saharan Africa“. Den mit 1.500 Euro dotierten Hauptpreis erhielt Sunday Paul Bako von der Ahmadu Bello University aus Nigeria für seine Arbeit „An appraisal of some seeds and vegetables as lesser known potential sources of non-animal protein in Nothern Nigeria”.
Zwei Merit Awards zu jeweils 500 Euro gingen an Violet K. Mugalavai für „The grain Amaranth: An appraisal for improved food and nutrition security“ und Frank Olwari für seine Arbeit “Neglected and under-utilized pulse legume crops as potential source of protein of Lamwa county Kitgum district”.
Die Arbeiten werden voraussichtlich 2010 in Band V unserer Reihe „Studies in Sub-Saharan Africa“ erscheinen.
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„Gut, Sauber, Fair“
Am 12. März 2009 befasste sich die Schweisfurth-Stiftung gemeinsam mit dem Slow Food Convivium München mit der Frage: Was heißt „Gut Sauber Fair?“ Zum Ethos der Ernährungswirtschaft. In dem halbtägigen Workshop diskutierten Experten und Gäste über die Werte der Ernährungswirtschaft sowie die Notwendigkeit und praktische Umsetzung eines neuen Produzenten- und Verbraucherethos. Geschmack, Nachhaltigkeit und Fairness können als neue Leitwerte die Land- und Lebensmittelwirtschaft so gestalten, dass sie zukunftsfähig, ökologisch und sozial ist.
Präsentation: Was heißt „Gut Sauber Fair?“ Zum Ethos der Ernährungswirtschaft.

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Franz-Theo Gottwald/Isabel Boergen (2009): Wachsen mit den Werten: Wertewandel im Ökolandbau – ein Ländervergleich. In: Beiträge zur 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Band 2: Tierhaltung, Agrarpolitik und Betriebswirtschaft, Märkte und Lebensmittel. Verlag Dr. Köster. Berlin. S. 392-395.
Franz-Theo Gottwald/A. Steinbach (2009): Nachhaltigkeits-Innovationen in der Ernährungswirtschaft – Von Bio-Pionieren und konventionellen Innovationsführern. Behrs-Verlag. Hamburg.
Franz-Theo Gottwald/Isabel Boergen (2009): Schülerprojekte der Schweisfurth-Stiftung – Engagement für eine lebenswerte Ernährungs-Zukunft. In: K.H. Dieckhoff/J. Roth: Sinnbedarf als Ressource für gesellschaftliche Erneuerung, Bd IV. Oekom Verlag. München. S. 206-219.
Franz-Theo Gottwald/Isabel Boergen (2009): Verarbeitung und Verantwortung – Klimaschutz-Innovationen bei der Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln. In: Kritischer Agrarbericht 2009. Bauernblatt-Verlags-GmbH. Hamm. S. 121-124.
„Der Geist des Gebens – Wirtschaftsethik: Von der Idee zur Wirklichkeit“. Ein Interview mit Franz-Theo Gottwald. In: EVE-Magazin, Januar/Februar 2009. S.66-68.


Die Veranstaltungen finden jeweils um 19.00 Uhr in den Räumen der Schweisfurth-Stiftung statt.
28. April 2009
"Soziales Investment – Kapital für soziale und ökologische Projekte"
Peter Spiegel (Genisis Institute for Social Business)
Dr. Erwin Stahl (BonVenture Management GmbH)
25. Mai 2009
"Bio Kapital – Die Versöhnung von Ökonomie, Natur und Menschlichkeit"
Dr. Andreas Weber
Veranstalter: Münchner Forum Nachhaltigkeit
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Wir empfehlen außerdem diese beiden Veranstaltungen im Rahmen der Denkwochen 2009 auf Château d’Orion in Béarn, im Südwesten Frankreichs:
1. - 7. August 2009
„Freiheit, Verantwortung, Rationalität als humanistische Perspektive"
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
29. August - 4. September 2009
„Zukunft gestalten – Zukunft leben, eine kurze Reise in die Zukunft"
Prof. Eckart Minx und Dr. Christian Neuhaus
>> Zum Programmüberblick ...


Wir freuen uns über Ihre Fragen, Anregungen, Informationen und auch Kritik unter schaefer@modemconclusa.de
Schweisfurth-Stiftung
Südliches Schloßrondell 1
80638 München
Tel.: 089 179595 -0
Fax: 089 179595 -19
E-Mail: info@schweisfurth.de
www.schweisfurth.de
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