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Diesen merkwürdigen Satz fand ich in einem Buch, das ein 95-jähriger Schweizer über sein Leben als Bauer und Metzger geschrieben hat.
Wie kann ein Mensch, der Tiere liebt, Tiere töten? Die Antwort liegt auf der Hand. Wer Tiere tötet und darüber nachdenkt, was er tut, sorgt dafür, dass diese, so lange sie leben, gut leben. Mit viel Bewegung in frischer Luft, mit Futter, das den Bedürfnissen des jeweiligen Tieres entspricht (und nicht aus aller Welt, gentechnisch verändert, Hauptsache billig, zusammen gemixt wird) und er sorgt dafür, dass die Tiere achtsam und ohne Angst und Stress vom Leben in den Tod gebracht werden.
Bei einem Besuch im Bregenzer Wald erzählt ein älterer Handwerker vom Schlachtfest, das er in seiner Jugend erlebt hat. Die Kinder waren aufgeregt, es wurde ihnen eindringlich gesagt, nicht zu reden und keinen Laut von sich zu geben, um ja die Schweine, die geschlachtet werden sollten, nicht zu erschrecken. Tücher wurden aufgespannt, hinter denen die Kinder standen und durch die Ritzen den Vorgang beobachten konnten. Es herrschte absolute Stille. Die Erwachsenen brachten die Schweine langsam und ganz ruhig zu dem Platz, an dem sie getötet werden sollten. Das konnte manchmal länger dauern, bis der tödliche Schuss angebracht werden konnte. Es war Ehrensache und handwerklicher Stolz, dass von den Tieren kein Schrei und kein Quieksen zu hören war. Wenn das schief ging und nur ein Laut zu vernehmen war, schlug die Stimmung um, der Tag war gelaufen und kein guter Tag mehr.
Autor: Karl Ludwig Schweisfurth, November 2005 
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