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NACHLESE: Transparenter Genuss – Das Gläserne Restaurant auf dem Ökumenischen Kirchentag 2010


Vom 12. bis zum 16. Mai 2010 fand in München der 2. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) statt. Unter dem Motto „Damit Ihr Hoffnung habt“ fanden vielgestaltige Veranstaltungen und Diskussionen statt – viele drehten sich auch um das Thema Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz. Dass es für eine nachhaltige Gestaltung der Zukunft auch im Hinblick auf die Land- und Lebensmittelwirtschaft auf den Beitrag jedes Einzelnen ankommt, darauf machte der Präsident des ÖKT, Professor Eckhard Nagel auch auf seiner Eröffnungsrede des Gläsernen Restaurants aufmerksam. Denn was auf unseren Tellern landet, bestimmen letztlich wir selbst, so der Tenor seiner Rede. Mit jeder Kaufentscheidung entscheiden wir mit, was, wie, wo, von wem und unter welchen Bedingungen produziert wird. Gerade bei Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs kann man als Verbraucher die Weichen stellen – etwa für mehr Tierschutz bei der Zucht und Haltung landwirtschaftlich genutzter Tiere.

 

Doch die bewusste Entscheidung für oder gegen ein Produkt und die damit einhergehenden Folgen für Menschen, Tiere, Umwelt und Klima setzen Informationen und Transparenz für den Verbraucher voraus. Genau hier setzt das Gläserne Restaurant an: die Gäste können den Köchen in der rundum verglasten Küche über die Schulter gucken. Sie sehen nicht nur was, wie und von wem zubereitet wird, sondern erfahren auch, woher sämtliche Zutaten stammen, und wie es um deren Umweltbilanz steht. Transparenz vom Acker bis auf den Teller - ein Konzept, das gut ankommt bei den Menschen. So standen die Besucher bei der Eröffnungsfeier des Gläsernen Restaurants am 13. Mai Schlange, um einen Platz zu ergattern, und in den Genuss eines köstlichen Menus zu kommen.

 

„Schmecken, schauen und globale Zusammenhänge verdauen“ lautete das Motto des diesjährigen Gläsernen Restaurants. Unter diesem Zeichen steht auch das gleichnamige Kochbuch, das neben Rezepten auch interessante Artikel enthält, insbesondere zum Thema Fleischkonsum. Vorstand der Schweisfurth-Stiftung Professor Franz-Theo Gottwald und Projektassistentin Isabel Boergen steuerten inhaltliche Beiträge für das Kochbuch bei. Da das Gläserne Restaurant heuer zu einem der Förderprojekte der Schweisfurth-Stiftung zählte, hielt Kurator Georg Schweisfurth eine kleine Rede zur Eröffnungsfeier. Auch er plädierte für mehr Bewusstheit beim Einkauf und machte auf die Missstände in der industriellen Tierhaltung aufmerksam. Auch war die Stiftung mit einem kleinen Infostand vor Ort vertreten. Hier konnte man sich über die Inhalte und Ziele der Stiftungstätigkeit informieren, sowie Näheres erfahren zu unserem Projekt „Tierschutz auf dem Teller“; hier zeichnet die Stiftung gemeinsam mit den Umweltbeauftragten der katholischen und der evangelischen Kirchen in Bayern Küchen aus, die vorwiegend tierische Produkte aus ökologischer, tiergerechter Herstellung beziehen.

 








Bild links: Georg Schweisfurth (Kurator, Schweisfurth-Stiftung) bei der Eröffnungsrede am 13. Mai 2010


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