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Wer von Klimaschutz redet, denkt dabei meist an Autos, Billigflieger, Kohlekraftwerke und Glühbirnen. Die meisten Menschen vergessen, dass 18% der Treibhausgas-Emissionen (in CO2 umgerechnet) vom "lieben Vieh" verursacht werden. "Damit trägt die industrielle Viehhaltung mehr zum Klimawandel bei als der gesamte Verkehrssektor", stellt Sandra Gulla, Vorsitzende von PROVIEH - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V. fest.
Diese erschreckenden Erkenntnisse sind für die Vorsitzende von Deutschlands ältestem und größtem Fachverband für artgemäße Nutztierhaltung Grund genug, ein Positionspapier zu erarbeiten, in dem auf die vielfältigen globalen Zusammenhänge zwischen Intensivtierhaltung, Klima, Umwelt (Luft-, Boden- und Wasserverschmutzung), biologische Vielfalt und Gesundheit der Menschen eingegangen wird. "Klimaschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt sind eine grenzüberschreitende Querschnittsaufgabe mit vielen Aspekten, von denen keiner aus einem umfassenden Problemlösungsansatz ausgelassen werden sollte", führt Sandra Gulla aus.
Mit zahlreichen Beispielen unterlegt, zeigt das Positionspapier auf, dass die industrielle Intensivtierhaltung zum Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen einen erheblichen Beitrag leistet und die intensive Land- und Viehwirtschaft durch hohe Belastung der Böden und Gewässer die Umwelt schwer schädigt. Durch die Intensivtierhaltung ist zudem die Artenvielfalt bedroht, da nur sehr wenige Zuchtrassen je Tierart zum Einsatz kommen. Durch die Intensivtierhaltung in den westlichen Industrieländern und vor allem durch falsche Anreizsysteme in Form von Subventionen werden zum Teil große Überschüsse an Fleisch und anderen tierischen Erzeugnissen produziert, die in der Folge entweder vernichtet oder mit Hilfe von Subventionen weiterverarbeitet und/oder auf dem Weltmarkt unter den Erzeugungskosten verkauft werden.
"Die Fleischindustrie existiert nur deshalb noch, weil die Einnahmen aus dem Geschäft privatisiert, die sehr hohen Kosten jedoch auf die Allgemeinheit abgewälzt werden", erklärt die PROVIEH-Vorsitzende. Denn der Fleisch-Preis müsste um das zwei- bis dreifache höher liegen, wenn man die tatsächlichen ökologischen Kosten einschließlich der Verbrennung fossiler Brennstoffe, der Absenkungen des Grundwassers, der chemischen Verseuchung des Bodens sowie der Erzeugung von Ammoniak und Methangas auch in den Preis hineinrechnete.
Aus diesen Erkenntnissen leitet PROVIEH -VgtM e.V. eine Reihe von Forderungen ab. Neben einer grundlegenden Reform der Subventionen fordert der Fachverband für artgemäße Nutztierhaltung strenge Etikettierungsvorschriften für Fleisch und Fleischprodukte, damit Verbraucher ihre Wahl informiert treffen und so zunehmend Druck auf den Handel hin zu Erzeugnissen aus artgemäßer Haltung ausüben können. Eine Minderung der Viehbestände sei unter anderem durch eine Umweltabgabe für Betriebe zu erreichen, bei denen eine echte Kreislaufwirtschaft wegen des Ungleichgewichts zwischen Tierzahl und Nutzfläche nicht möglich ist. Verstärkte Forschung im Bereich artgemäßer Haltungsverfahren hält PROVIEH - VgtM e.V. ebenso für notwendig wie eine Regionalisierung der landwirtschaftlichen Märkte.
Das Positionspapier wird erstmals auf dem Animal Welfare Congress "New Horizonts for the 21st Century" in Montevideo / Uruguay vorgestellt. Die deutsche und englische Fassung können bei PROVIEH - VgtM e.V. bestellt oder unter www.provieh.de heruntergeladen werden.

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