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Food for Thought

open space
Freitag 07.07.06


Vom 26. Juni bis zum 1. Juli 2006 fand ein von der Landwirtschaftlich- Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin organisierter Workshop mit dem Titel „Gender Research & Networking“ statt. Im Rahmen dieser internationalen Veranstaltung hatte ich die Möglichkeit, an der Open Space Session am 29. Juni teilzunehmen.

Nach einer Einführung der Organisatoren Heiner Benking, Farah Lenser und Parto Teherani-Krönner bekam jeder der 40 fast ausschließlich weiblichen TeilnehmerInnen die Gelegenheit, ein Thema vorzuschlagen, das ihm besonders am Herzen liegt und über das er gerne gemeinsam mit anderen Interessierten diskutieren möchte. Das Spektrum der Themen war ebenso vielfältig wie die Herkunft der TeilnehmerInnen, die aus Deutschland, Vietnam, dem Sudan, Nigeria, Ägypten, Malaysia und dem Iran kamen. Während manche Fragestellungen ganz allgemein nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Hinblick auf die Geschlechterproblematik in den einzelnen Ländern abzielten, gab es auch konkrete Themenvorschläge wie etwa Frauen und Umweltschutz, die Stärkung der Kompetenz im technologischen Bereich, sowie die Geschlechterforschung und ihre tatsächliche Implementierbarkeit in politischen Kontexten.

Ich nahm an einer Diskussion zum Thema „Do we have a common ground? – Similarities and differences“ teil. Es war unglaublich spannend zu hören, unter welchen Problemen Frauen und Mädchen in Ägypten und im Iran leiden, wie sie dagegen vorgehen und welche zukünftigen Entwicklungen sie sich für ihre Länder erhoffen. Auch war es interessant, festzustellen, dass es trotz aller Unterschiede auch Gemeinsamkeiten gibt – selbst zwischen Deutschland und dem auf uns Westeuropäer oftmals so fremd wirkenden Iran. Beispielsweise sind beide Gesellschaftssysteme nach männlichen Vorstellungen strukturiert, so dass die Bedürfnisse der Frauen häufig als „exotische Sonderwünsche“ dargestellt werden. Auch haben es Frauen beider Kulturen sehr viel schwerer, in Führungspositionen zu gelangen, und in vielen Professionen erhalten sie nach wie vor deutlich weniger Gehalt als gleichqualifizierte männliche Kollegen.

In den vielen Gesprächen ist mir erneut und sehr anschaulich bewusst gemacht worden, wie unendlich wertvoll es ist, frei denken, sprechen und forschen zu können, und wie wenig selbstverständlich dies in anderen Kulturen und politischen Systemen ist.

Die Veranstaltung hat mir jedoch nicht nur viel Wissen vermittelt – der internationale und kulturelle Austausch, die Atmosphäre, der liebevolle Umgang untereinander und die unglaubliche Engagiertheit aller Beteiligten hat mich zutiefst beeindruckt.

Ich hoffe, dass es allen TeilnehmerInnen möglich sein wird, den Geist dieser Veranstaltung mit in ihre Länder tragen und andere mit ihren mutigen Ideen zu befruchten.

Weitere Informationen gibt es unter:

http://www.agrar.hu-berlin.de
http://www.gender.hu-berlin.de
http://www.openspaceworld.org


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