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Carl Amery : Briefe an den Reichtum

Während es über die Probleme der Armut jede Menge Diskussionen gibt, ist es dem Reichtum gelungen, inmitten unserer Gesellschaft weiterhin gleichsam als verschleiertes Idol zu existieren. Kritik wird nur allzu leicht als Sozialneid disqualifiziert.

 

Carl Amery will mit der Herausgabe von „Briefe an den Reichtum“ (Luchterhand-Verlag) diese Verschleierung und Verklärung des Reichtums hinterfragen. So erklärt er in seinem Vorwort:

 

„Die Absicht dieses Buches ist schlicht Aufklärung. Aufklärung über Tatstände des Reichtums, die für das Weiterleben der Menschheit so krisenhaft wichtig sind wie nie zuvor. (...) Die laufende Plünderung des Planeten kritiklos hinzunehmen und Leuten, welche solche Entwicklungen verbrecherisch nennen, Sozialneid vorzuwerfen, zeugt von einer kollektiven Begriffsstutzigkeit, die wir uns nicht leisten können."

 

Carl Amery, geboren 1922, war Mitglied der Gruppe 47, Präsident des bundesdeutschen PEN-Zentrums (1989 – 1991) sowie Mitbe-gründer und Ehrenpräsident der E.F.Schumacher-Gesellschaft für politische Ökologie. Amery schrieb Hörspiele, mehrere Romane und wurde vor allem als engagierter Ökologe bekannt durch seine kulturkritischen Essays. Jahrzehntelang hat er mit Büchern wie Die Botschaft des Jahrtausends, Hitler als Vorläufer oder zuletzt Global Exit. Die Kirchen und der Totale Markt die politische Diskussion in der Bundesrepublik entscheidend mitgeprägt und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Mit dreizehn prominenten Theoretikern und Autoren (u.a. Oskar Negt, Hermann Scheer, Rupert Neudeck, Margrit Kennedy, Andreas Eschbach) will Amery in seinem jüngsten Buch dem Reichtum ins Gewissen reden. Die dreizehn Briefe an den reichen Jedermann (u.a. Silvio Berlusconi, Mr. Gent, Herr v. Pierer, Oliver Kahn, Alberto Vilar, Carl Christian von Weizsäcker) wollen Anklage, Aufbegehren und Standortbestimmung sein: Wie verhält es sich mit dem Reichtum in unserer Republik?

 

Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Vorstand

Verena Walterspiel,  Projektleitung

 

 


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